Die Schach-AG des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums reiste am Dienstag, den 7. Juli 2026, ins nördliche Siegerland, um in den Mauern des altehrwürdigen Stift Keppels unsere Schule beim Siegener Schulschachturnier zu vertreten. Wir trafen uns am Weidenauer Bahnhof, um von dort per Regionalbahn Richtung Hilchenbach zu fahren. Schon vor der Abfahrt zitterten einigen die Finger vor Aufregung, im Zug wurde sich noch auf diversen Schachplattformen per smartphone der letzte Schliff geholt, dabei so sehr vertieft, dass übersehen wurde, dass man am SOS-Knopf lehnte, was unaufhörlich unbegründete Notsignale in die Fahrerkabine sendete… zum Glück hatte die Zugbegleiterin ein Einsehen mit den Zapplern der Gruppe, sah auch großzügig über eine vergessesene Schülerfahrkarte hinweg.
Schnell wurde in den weitläufigen Anlagen das Spiellokal gefunden und sich noch „warmgeblitzt“. Das Teilnehmerfeld war dieses Mal etwas kleiner, außer unseren beiden Mannschaften waren das Evangelische Gymnasium, das Gymnasium Lennestadt, die Gesamtschule am Schießberg sowie die Gastgeber mit jeweils zwei Mannschaften vertreten, so dass insgesamt acht Mannschaften im Feld waren (leider war das Gymnasium Betzdorf dieses Mal nicht dabei, da in Rheinland-Pfalz schon die Sommerferien angebrochen sind).
Für unsere Erste ging es um nichts weniger als den Turniersieg. In der Besetzung Ivan Riabonenko, Kostia Kyryienko, Milad Kasemi, Samuel Nehls (Bretter 1 bis 4) saßen geballte Erfahrung und aufstrebende Talente den Gegnern gegenüber. Erwartungsgemäß ließ man auch gegen die Zweitvertretungen von Stift-Keppel und Schießberg überhaupt nichts anbrennen. Etwas hausinterne Kulanz zeigte sich jedoch beim Duell gegen PPRG 2, in dem die Bretter Eins und Zwei Punkte ließen, Philip Höterkes einen starken ganzen und Leon Minor einen achtbaren halben Punkt holten.
Auch gegen die größeren Herausforderungen Stift Keppel 1 und EV hielt man sich schadlos, so dass zur Mittagszeit tatsächlich Gold winkte. Allein, gegen Lennestadt blieb nur Brett Eins siegreich: Ivan spielte eine makellose Partie auf der Spitzenposition, während die Mittelachse Partien verlor, in denen sie klar im Vorteil waren. Hier kam wohl mit der materiellen Überlegenheit etwas Leichtfertigkeit ins Spiel. Trotzdem bescherte uns der Turnierverlauf in der letzten Runde noch mal die Möglichkeit zum Sprung an die Spitze – dazu musste allerdings Schießberg 1 bezwungen werden. Dies erwies sich als letzlich unüberwindbare Hürde, obgleich insbesondere Milad materiell klar auf Gewinn stand, jedoch in ein Leichtfigurenmatt lief – neidlos anerkennend das schönste Mattbild des Tages. Ivan verlangte dem für den SV Weidenau-Geisweid spielenden Spitzenbrett alles ab, konnte aber leider sein Figurenopfer nicht in einen Sieg konvertieren. So war es am Ende Platz Drei. Spitzenspieler der Ersten wurde Kostia, der an Brett Zwei imposante 6.5 Punkte holte.
Für unsere Zweite galt es, Erfahrung zu sammeln und Nadelstiche zu setzen. Verstärkt durch Leon Minor von der Gesamtschule am Rosterberg (Brett 2), führte Philip Höterkes am Spitzenbrett die duch Mariia Palchyk (Brett 3) und Stella Freitag (Brett 4) komplettierte Mannschaft durch das Turnier. Philip spielte zum ersten Mal an Brett Eins und schlug sich hier achtbar gegen die Schwergewichte, konnte – wie oben erwähnt – auch den hausinternen Punkt einheimsen. Leon bekam seine Aufregung schnell in den Griff, spielte starke Eröffnungen und hielt sich lange gegen die Nummer Zwei des späteren Turniersiegers. Als Turnierneuling holte er beachtenswerte 3,5 Punkte und landete somit genau im Mittelfeld aller registrierten Spieler. Mariia gestaltete das Spiel meistens ausgeglichen, fand jedoch unter Zeitdruck noch nicht die Wege zum Sieg und wird sich im Mattsetzen üben. Stella kämpfte tapfer an Brett Vier, sammelte viel Erfahrung und stand kurz vor ihrem ersten Sieg, als sie die Dame ungedeckt neben den exponierten, gegnerischen König stellte … der kiebitzende AG-Leiter wurde in 5 Sekunden drei Minuten älter … Auch das wird bei weiterem Schachtraining nicht mehr vorkommen!
Die Zweite landete aber dank der Punkte von Philip und Leon noch auf dem sechsten Platz und ging alles in allem auch freudig aus dem Turniersaal heraus.
Abschließend spielten wir noch eine Runde Volleyball vor der Halle und begaben uns dann zum Bahnhof, um gemeinsam mit der EV-Mannschft die Heimfahrt anzutreten.
Danke an Tom Utsch für die Organisation und Leitung des Turniers sowie an das Gymnasium Stift Keppel für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.
Text und Bilder: Martin Reinschmidt
- Die Zweite in Aktion: Leon, Mariia, Stella – leider ist nur Philips Gegner drauf gekommen
- Spitzenduell gegen Schießberg 1: Ivan, Kostia, Milad, Samuel
- Samuel sieht dem Unheil am Königsflügel entgegen; im Hintergrund rechts Philip und Leon in Aktion gegen das EV
- Milad steht stabil gegen EV
- Eine ausgeglichene Eröffnung von Mariia
- Anspannung vor dem Spiel gegen das EV
- Ivan hat auf die Rochade verzichtet, macht Druck über die halboffene f-Linie









